Spiele-Stream Plattformen: Der Boom der Game-Kanäle

Controller vor buntem Hintergrund

CS:GO, LOL und Co sind beliebt beim Spielervolk, darüber müssen wir nicht diskutieren. In den letzten 10 Jahren entwickelte sich ein Trend, bei dem sich Gamer live beim Spielen filmen lassen. Im ersten Moment mag dies langweilig klingen, jemand anderen beim Zocken zu beobachten.

Im Zweiten ist es sogar unterhaltsam, weil die meisten Streamer wahrhaftige Showtalente sind. Zum einen kann man sich über das Spiel informieren und zum anderen bekommt man einige Anekdoten geboten. Wir gehen kurz auf die wichtigsten Informationen zum Thema ein. Wie alles mit Twitch begann und warum so viele zu Youtube wechseln. Viel Spaß.

Was ist Twitch und wann startete dieser Dienst?

Twitch, das berühmte Streaming-Portal ging im Juni 2011 an den Start. Bereits ein Jahr später gewann es den Webby People`s Voice Award“ in der Videospiele-Kategorie. 2013 zählte das Portal über 45 Millionen Zuschauer pro Monat und es gab bereits 6 Millionen Streaming-Kanäle. Das Unternehmen war so erfolgreich, dass es 2014 von Amazon für 970 Millionen US-Dollar übernommen wurde.

Überwiegend sieht man auf Twitch Inhalte privater Mitglieder, mittlerweile gibt es aber auch professionelle Streams und Live-Übertragungen, der E-Sport -Veranstalter. Jedem steht es frei, ein Benutzerkonto anzulegen und auf dem eigenen Kanal zu streamen. Benötigt werden Streaming-Programme wie XSplit oder Open Broadcaster.

Hauptsächlich konzentrieren sich die Gamer auf eSport-Spiele. Etwa Fortnite, Call of duty, LOL, Dota2, Overwatch, CS:GO und Minecraft. Freilich findet man auch alte Klassiker wie Indiana Jones, Monkey Island und Co. Nostalgie-Gefühle kommen dort ebenfalls auf.

Twitch teilt sich mittlerweile in verschiedene Bereiche auf. Just Chatting sind jene, wo die Streamer live übertragen und mit ihren Fans während dem Spielen chatten. Manche unterhalten das Publikum mit anderen Themen oder diskutieren über verschiedene Dinge. Man muss nicht zwangsläufig Gamer sein, um bei Twitch zu übertragen. Ein weiterer großer Bereich ist Twitch Music, in dem die User Ihre eigenen Musikstücke präsentieren können. Ideal für Bands oder Gesangstalente, die ihr Können im Internet teilen möchten. Der dritte große Sektor ist Special Events. Immer wieder werden Live-Veranstaltungen der wichtigsten eSports übertragen. Wer beispielsweise auf CS:GO wetten will, findet viele Übertragungen bei Twitch.

Das Subreddit Livestream Fail – Was ist das?

Eventuell hörten Sie bereits von der Seite Livestream Fail und konnten sich darunter nichts vorstellen. Es handelt sich um ein Subreddit, wo zu Anfang Hopplas der Streamer gepostet wurden. Mittlerweile entwickelte sich die Seite zur Aufdeckung von kriminalen Machenschaften und ähnlichem. Falls ein Streamer bedenkliche Aussagen wagt oder direkt eine Straftat begeht, wird man mit Sicherheit auf Livestream Fail davon lesen.

Vorausgesetzt, es handelt sich um einen berühmten Streamer. Die Seite wird aber nicht nur dazu genutzt, um solche Dinge aufzudecken, auch bekommen kleinere neue Kanäle eine Bühne. Es gibt so viele Talente da draußen, die witzig sind und echt das Potenzial zu Top-Streamern, Moderatoren und Co hätten, doch sie gehen unter, in der Fülle der Kanäle. Wer sich neue Highlights einsehen will, kann sich auf Livestream Fail inspirieren lassen.

Twitch Alternativen: Was hat der Markt zu bieten?

Twitch ist momentan wohl die bekannteste Streaming-Plattform, aber bei Weitem nicht die einzige. Wir zeigen Ihnen einige Alternativen auf.

Mixer

Diese Plattform wurde am 23. Juli 20220 seitens des Betreibers eingestellt. Es handelte sich um eine Streaming-Plattform von Microsoft, der am 5. Jänner 2016 unter der Bezeichnung Beam startete und im Mai 2017 in Mixer umgetauft wurde.

Youtube Gaming

Youtube Gaming funktioniert wie das klassische Youtube, ist aber auf Streamer ausgelegt. Sie können streamen, Inhalte monetisieren und damit Geld verdienen. Chatten ist bei Youtube ebenso möglich und wer will, bietet seinem Publikum ein eigenes kostenpflichtiges Abonnement an. Neben Twitch ist Youtube der Anbieter mit der höchsten Reichweite.

Smaschcast.tv

Früher gab es AZUBU und Hitbox, 2017 wurden beide zu Smashcast.tv. Man konzentriert sich vor allem auf E-Sport. Per Hype-o-Meter kann man die Teams anfeuern und unterstützen. Rund 10 Millionen Nutzer sind angemeldet.

Facebook Gaming

Auch Facebook holt sich ein Stück vom Gaming-Kuchen und bietet seit einiger Zeit Facebook Gaming an. Dort finden Sie Live-Streams, Dokumentationen und ein praktisches System für die Monetarisierung. Der Gaming-Bereich ist nicht so groß, wie die restlichen, aber dennoch sind die Streamer einen Besuch wert.

Wird Twitch in Zukunft noch Erfolg haben oder nicht?

Wir können nicht beurteilen, inwiefern Twitch noch aktiv sein wird. Fakt ist, dass manche Top-Streamer zu Youtube wechseln. Alles begann damit, als der Twitch-Star Dr Disrespect einen lebenslangen Ban kassierte. Niemand weiß, warum er diesen erhielt. Plötzlich konnte er ohne Angaben von Gründen nicht mehr streamen. Dies löste einen Skandal aus, wen sich Anbieter bedeckt geben und keine Gründe nennen, haben auch andere Angst um ihre Karrieren. Der Streamer hatte über 4 Millionen Follower und konnte es nicht fassen.

Mittlerweile ist er zu Youtube gewandert, auch dort hat er mittlerweile ein Millionenfaches-Publikum. Seine Kollegen DrLupo und TimTheTatman wechselten ebenfalls und wollten damit ein Zeichen setzen – oder sie wollten sich retten, bevor auch sie in die Ban-Fall tappen. Man darf gespannt sein, ob noch weitere verschwinden werden.

Rechtliche Grauzonen und heikle Themen bei Twitch

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und wer zu einem großen Publikum spricht, darf sich nicht wundern, wenn manche Aussagen oder Handlungen Folgen haben. Es gab beispielsweise eine Streamerin, die ihre Katze mit Alkohol fütterte, nur damit sie mehr Aufmerksamkeit erhält. Solche strafbaren Handlungen werden auf jeden Fall verfolgt. In dem Fall haben sich sogar Tierschutzorganisationen eingesetzt. Auch politische Diskussionen, Hetze und Diskriminierung haben nichts auf Twitch zu suchen, obwohl immer wieder mal etwas dazwischen rutscht.

Ein heikles Thema sind Glücksspiele. Viele erahnen nicht einmal, dass sie sich strafbar machen. Twitch ist in vielen Ländern erreichbar und dort gelten teils viel strengere Gesetze. Das komplette Twitch wurde in der Slowakei gesperrt, wegen einem einzigen Casino-Streamer. Abgesehen davon gibt es viele junge Fans, die vor dem Bildschirm sitzen und sich all die Streams ansehen. Casino-Streamer, die unter anderem Roulette online spielen, machen sich nicht nur strafbar, ferner können sie schuld sein, dass junge Menschen in die Suchtfalle tappen.

Hier sollte man auf jeden Fall ein Vorbild sein und keine Werbung für Glücksspielplattformen machen. Auch andere Themen, wie insbesondere die Politik ist ein heikles Thema, wo jedes Gesetz andere Auffassungen hat. Falls Sie selbst streamen möchten, informieren Sie sich im Vorfeld, was möglich ist und was nicht.

Fazit. Streaming-Dienste sind auf jeden Fall spannend für all jene, die selbst gerne Spiele zocken und neue Games kennenlernen möchten. Schauen Sie vorbei und vielleicht sind Sie schon morgen der neue Star-Streamer.